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Rhein-Main Kompass Mai 2009

Manager stützen Rettung von Opel

Hessens Manager glauben zwar, eine stabile Regierung hinter sich zu haben. Dennoch sind die Erwartungen an Schwarz-Gelb eher verhalten. So sieht die Mehrheit der Wirtschaftskapitäne in der Region kaum Spielraum für die Landespolitik, wenn es darum geht, den Mittelstand nachhaltig zu stärken.

Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage des Rhein-Main-Kompasses. Im Auftrag von Frankfurter Rundschau, Rheinmain-TV und Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wurden im April mehr als 340 Manager aus der Region befragt. Und drei Viertel von ihnen meinen: Trotz Investitionsprogrammen und Finanzhilfen seien die Möglichkeiten zur Förderung von kleinen und mittleren Firmen eher beschränkt.

Rheinmain-TV berichtet am heutigen Dienstagabend um 21 Uhr über die Ergebnisse der Erhebung. Die Rettung von Opel dagegen ist für die regionale Wirtschaft vordringlich. Stimmen, die eine staatliche Hilfsaktion als ordnungspolitischen "Sündenfall" sehen und vor den Folgen der Wettbewerbsverzerrung für die Branche warnen, sind in der Minderheit. Die befragten Manager zeigen vielmehr eine Art lokalpatriotisch motivierte Parteinahme für Opel.

Vier Fünftel finden es wichtig für die Wirtschaft der Region, dass sich die Landesregierung an der Rettung von Opel aktiv beteiligen will. Besonders interessiert am Wohlbefinden des Rüsselsheimer Autobauers sind Entscheider aus Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung; die Hälfte der befragten Manager aus diesen Branchen stufen die Rettung von Opel als "sehr wichtig" ein.

Mit Blick auf die Instrumente zur Ankurbelung der Konjunktur indes gibt es eine klare Abstufung. Die Manager setzen dabei weniger als die Verbraucher auf die "Abwrackprämie" für Altautos. Lediglich 18 Prozent der Befragten halten dieses staatliche Engagement für angemessen und wirksam bei der Krisenbewältigung. Viel mehr Wirkung erwartet die Wirtschaft vom Einsatz anderer Instrumente.

Stärkung von Unternehmen

Zwei Drittel glauben, ein kommunales Infrastrukturprogramm sei am besten, um den Abschwung bremsen zu können. Branchenspezifische Investitionshilfen seien damit am wirkungsvollsten zu vergeben, die Mittel könnten so am sinnvollsten verteilt werden. Die Hälfte der befragten Firmenbosse begrüßt zudem das Bankenrettungspaket. Dieses könne helfen, den kränkelnden Geldkreislauf zwischen den Banken, aber auch zwischen Banken und der Kredite nachfragenden Wirtschaft wieder zu schließen .

Trotz aller Rettungspakete glaubt die Hälfte der Manager, dass die Krise auch in Rhein-Main zu tiefen, einschneidenden Veränderungen führen wird. Im Blick stehen dabei die Banken, die bisher die Wirtschaftsstruktur der Region besonders stark prägten. 230 Finanzinstitute sitzen in Frankfurt, 74 700 Beschäftigte arbeiten in der Branche. Experten fürchten, dass die Zahl der Banken wie auch die Zahl der Arbeitsplätze um einen Wert im zweistelligen Prozentbereich schwinden wird.

Von Peter Dietz, Frankfurter Rundschau, Mai 2009